Genomische Selektion kommt bei töchtergeprüften Bullen an (Zuchtwertschätzung August 2015)

Genomische Zuchtwerte haben alle schwarz- und rotbunten Bullen schon seit August 2010. Aber erst jetzt bekommen tatsächlich als Kalb streng vorselektierte Bullen töchterbasierte Zuchtwerte, nämlich der Geburtsjahrgang 2010/2011. Darunter ist die neue #1, Suran, der mit über 100.000 verkauften Portionen einer der bisher meisteingesetzten genomischen Bullen war.



Topliste Holstein (töchtergeprüfte Vererber)



Topliste Red Holstein (töchtergeprüfte Vererber)



Seit dieser Zuchtwertschätzung im August 2015 wird der Fitness-Zuchtwert RZFit für alle töchtergeprüften sowie genomischen Bullen angegeben.

 

Holstein

Suran war der erste richtige genomische Star bei RBB und mit bereits über 28.000 registrierten Kälbern einer der bisher meisteingesetzten genomischen Bullen. Auf Basis der ersten 475 Töchter wird er jetzt töchtergeprüft veröffentlicht, und zwar ganz oben auf der Liste. Suran ist ein früher Super-Sohn aus Mr.Burns und Goldwyn. Wie bereits als genomischer Bulle, besticht er durch seine gleichmäßig guten Zahlen (RZE 118, RZS 115, RZN 130, RZR 111). Seinen RZG von 150 verdankt er aber vor allem der hohen Einsatzleistung seiner Töchter und damit einem RZM von 135, der gleich 12 Punkte höher als genomisch geschätzt ist. Bei +1.731 kg Milch notiert er exakt neutral für Eiweiß und leicht negativ für Fett (-0,21 %). Dennoch sind die Euter mit 120 mehr als solide.




Suran-Tochter Reane





Obwohl es noch einmal 14 neue Man-O-Man-Söhne bei dieser Schätzung gab, kann auch weiter keiner der jetzt insgesamt 50 Halbbrüder in der Topliste an die vorherige #1 und jetzige #2, Maserati, heranreichen. Er steigert seine Töchterzahl von 202 auf 273 und zeigt dabei ganz konstante, überzeugende Werte (RZM 128, RZE 135, RZS 119, RZN 122, RZR 113). Mit Fundament 130 und Euter 124 ist der Leichtkalbigkeits- (RZKd 112) und Fitness-Bulle (RZFit 137) sehr gefragt.

An #3 befindet sich der zweithöchste Neueinsteiger und höchste der ersten 5 Snowman-Söhne mit dem passenden Namen Snow Peak. Spitze ist er vor allem für Milchmenge (+2.224 kg, RZM 139), verbunden mit Snowman-typisch gutem Exterieur (RZE 122, Funddament 128, Euter 116). Hervorzuheben ist auch die gute Melkbarkeit mit RZD 120. Snow Peak stammt aus einer niederländischen Win 395 und davor Looking Major und Largo. Mit Mirador P hat Mutter Hanecy VG 86 an #213 einen weiteren Neueinsteiger.

Bilstein, neu an #4, ist der erste Billard-Sohn. Sein Vater ist gerade mal 2 Jahre älter als er und rangiert an #35 ebenfalls hoch. Wie sein Vater ist Bilstein ein leistungsbetonter Vererber (+1.780 kg, RZM 133) mit Stärken in den funktionalen Merkmalen (RZE 116, Fundament 124, Euter 105). So verwundern die nach wie vor genomisch geschätzte hohe Nutzungsdauer mit RZN 119 sowie der überzeugende Fitness-Index (132) nicht, zumal bei der mütterlichen Abstammung Ramos x Laudan. Auch für Roboterbetriebe ist Bilstein mit RZRobot 124 gut geeignet. Leider ist er Brachyspina-positiv.

Es folgen mit ganz konstanten Zahlen Lennard an #5 (v. Legend, RZM 133, RZE 112) und Mont Blanc an #6 (v. Man-O-Man, RZM 139, RZE 121).

NOG Brosco (Bronco x Jefferson), im April an #2 hoch eingestiegen, kann sein Niveau bei jetzt 78 Töchtern nicht ganz halten (#7; RZM 140, -4; RZE 114, -3), bleibt aber weiter interessant.

Dann kommen zwei weitere hohe neue Super-Söhne, Subito (#8) und Philo (#9).

Beachtung dürfte vor allem Subito mit RZM 126, RZE 122, RZS 116, RZN 125 und RZR 111 finden. Seine Mutter Shottle Nikola EX 90 ist nicht zum ersten Mal erfolgreich. So steht z. B. der Man-O-Man-Halbbruder zu Subito, Mabuse, an #61 (RZM 117, RZE 126). Die Anpaarung dieser Mutterlinie mit Shottle war darüber hinaus schon einmal sehr erfolgreich: der viel eingesetzte Sheffield an #276 ist ein Shottle aus der Jesther-Großmutter (über Freelanze) von Subitos Mutter. Innerhalb des schönen Linears von Subito fallen vor allem die Euter (124) besonders positiv auf (Fundament 112).

Philo stammt aus einer von Reinerman gezogenen Stol Joc-Tochter (und davor Laudan) aus der Pansy-Familie, die inzwischen in den Niederlanden steht. Diese RR Polly VG 86 hat mit Phaeton an #103 (RZM 118, RZE 115) einen ebenfalls neuen Vollbruder zu Philo in der Topliste stehen sowie – vielleicht noch interessanter – mit Xoldan einen neuen Xacobeo-Sohn (RZM 102, RZE 132) knapp außerhalb der Top-300. An Philo mit seinem RZM 133 (+2.153 kg Milch; RZE 111) reichen seine Brüder aber in der Leistung nicht heran.

NOG Mavali (v. Man-O-Man) komplettiert die Top-10 mit leicht gestiegen Werten (RZM 133, RZE 116).

 

O-Man-Enkel

Von den weiteren Man-O-Man-Söhnen in der Topliste kann sich keiner wirklich ins Rampenlicht schieben. So bleibt der höchstplatzierte unter ihnen, Marmor (#13, MV: Goldwyn), mit RZE 96 und vor allem Euter 92 deutlich hinter den Erwartungen zurück (RZM 133). Ausgeglichener ist da schon Mailand (#56, MV: Shottle) mit RZM 123 und RZE 111 (Euter 116, Fundament 102). Auch Luigi (#59, MV: Goldwyn) scheint mit RZM 126 und RZE 117 einen zweiten Blick wert, weist aber mit Melkbarkeit RZD 88 andere Schwachpunkte auf.

Von den ersten 5 Logan-Söhnen können sich gleich drei in den Top-50 platzieren. Der höchste, Lorus (MV: Goldwyn), verfehlt an #11 die Top-10 nur knapp, vor allem dank der hohen Leistungsvererbung mit RZM 134. Besser ist Log-In an #17 (MV: Goldwyn) mit RZE 117 (Euter 110, Fundament 123), der auch bereits als genomischer Vererber stärker eingesetzt wurde (RZM 121, +0,15 % Eiweiß). Log-In ist mit RZRobot 138 die #2 für Robotereignung unter den töchtergeprüften Schwarzbuntbullen. Der interessanteste dürfte aber Picus an #32 sein, der mit RZE 123 auch der mit Abstand beste Exterieur-Vererber unter den Logan-Söhnen ist. Er stammt aus einer sehr hochleistenden Bolton x Ramos, was sich auch in seinen +1.931 kg Milch zeigt (RZM 124). Innerhalb des Exterieurs fallen die sehr guten Fundamente (123) auf sowie die Kombination aus sehr schöner weiterer Strichplatzierung hinten und längeren Strichen. Da zudem die Zellzahl niedrig (RZS 111) und die Melkbarkeit überdurchschnittlich sind (RZD 106), gehört er mit RZRobot 137 ebenfalls zu den besten 5 Bullen für Roboter-Eignung.

Von den inzwischen 6 Gerard-Söhnen in der Topliste sind 4 neu. Der höchstplatzierte ist Grandeur an #40 aus einer französischen Bolton x Jocko Besne. Grandeur zeigt auf Basis der ersten 58 Töchter schöne Leistungszuchtwerte (RZM 129, +1.647 kg Milch, -0,08 % Eiweiß) und innerhalb von RZE 119 besonders überzeugende Euterwerte (121, Fundament 108). Der bisher beste Exterieurvererber unter den Gerard-Söhnen ist der neue NOG Gelis (#77) mit RZE 125 (Euter 119, Fundament 111). Aus der mütterlichen Kombination Goldwyn x Jocko Besne stammend präsentiert er sich als körperbetont vererbender Bulle (129) mit sehr viel Kapazität bei gut mittlerer Größe. Bei der Anpaarung sollte die Melkbarkeit (RZD 87) beachtet werden.

Unter den ersten drei Freddie-Söhnen sticht Folker heraus. Der höchstplatzierte Fenchel (#92, MV: Encino) dürfte vielen mit RZE 103 im Gesamtexterieur zu knapp sein, wenn auch bei Euter 110 und Fundament 108 fehlerfrei. Etwas höhere Exterieurzahlen zeigt Folker (#121, MV: Goldwyn) mit RZE 117 (Euter 112, Fundament 115), der aus der Juror Faith-Familie stammt. Bei sehr ähnlichen Leistungszuchtwerten (RZM 118) wie Fenchel ist er ebenfalls sehr gut in den funktionalen Merkmalen (RZFit 124, RZRobot 122).

Von Legend gibt es bereits 19 töchtergeprüfte Söhne mit dem erwähnten Lennard an #5 in der Spitze. Unter den vier neuen hat Leens an #129 (MV: Shottle) mit RZM 110 und RZE 114 (Euter 113, Fundament 117) als Inhaltsstoffvererber und Fitness-Spezialist (RZS 123, RZN 122, RZR 116, RZFit 129) Potenzial.

Granit (MV: Goldwyn), neu an # 34, ist der bisher einzige Garrett-Sohn und wartet mit soliden Zahlen auf Basis erster 75 Töchter auf. Er ist ein Inhaltsstoffvererber mit +0,24 % Fett und +0,16 % Eiweiß (RZM 128) mit einem Linear ohne Extreme (RZE 111, Euter 108, Fundament 113).

Der neue Bronco-Sohn Bromac (#75) stammt aus der gleichen US-Kuhfamilie wie Granit. Seine Mac-Mutter ist eine Halbschwester zu Granit. Bromac zeigt ebenfalls positive Inhaltsstoffe (RZM 111) und insbesondere sehr gute Euter-Zuchtwerte (122, Fundament 98, RZE 112). Diese beruhen aber erst auf 14 bewerteten Töchtern. Mit RZFit 133 ist er hier einer der besten Bullen (RZS 123, RZN 123, RZR 127).

Von O-Man wurden zahlreiche Söhne als Bullenväter eingesetzt. Der Erfolg seiner daraus geborenen 94 Enkel ist bisher überschaubar. Ein Sohn scheint hier aber eine positive Ausnahme zu sein: Snowman. Unter den ersten 5 töchtergeprüften Söhnen stehen nicht nur 4 in der Top-50 mit Snow Peak an #3 als höchstem, sondern das Quintett zeigt mit mindestens RZE 122 auch herausragendes Exterieurpotenzial. Mit RZE 132 geht Snowflake (#21, MV: Goldwyn) hier vornweg. Der mit fast 15.000 registrierten Nachkommen genomisch sehr stark eingesetzte Spross aus der Outside Kora-Familie zeigt ein fantastisches Linear (Euter 124, Fundament 118) mit sehr viel Typ, Kapazität und Größe (140). Bei zudem sehr guter Leistungsvererbung (RZM 130, +1.686 kg Milch, -0,07 % Eiweiß) auf Basis von 336 Töchtern dürfte der auch für Rinderbesamungen geeignete Snowflake (RZKd 110) auch weiter sehr beliebt bleiben.




Snowflake-Tochter PM Birga






Mit RZE 131 steht Camera (#48) bezüglich Gesamtexterieur nur unwesentlich schlechter da und ist mit Fundament 132 hier sogar der beste (Euter 121) unter den ersten 5 Snowman-Söhnen. In der Milchmengenvererbung liegt er mit +1.723 kg noch etwas höher als Snowflake, ist aber etwas knapper in den Inhaltsstoffen (-0,33 % Fett, -0,17 % Eiweiß, RZM 122). Camera stammt aus einer dänischen Ramos und davor der Vollschwester zu Leko (Laudan x Jockobenge VG 87). Leider ist er Brachyspina-positiv.

Als höchster neuer Bulle unter dieser Überschrift hätte auch die ehemalige genomische #1 stehen können, Borussia (Butch v. O-Man). Mit RZG 139 (RZM 135, RZE 90) wäre er auf Basis der ersten 218 Töchter (12.593 registrierte Nachkommen insgesamt) für einen Platz in der Top-20 gut, wird aber nicht mehr aktiv vermarket.

 

O-Man Ur-Enkel

Bullenvater Super ist zwar selbst ein Boliver, aber seine Mutter eine O-Man. Unter den vielen neuen Super-Söhnen finden sich auch außerhalb der Top-10 mit Suran, Subito und Philo weitere interessante Neulinge. Insbesondere ist hier Surinam an #45 zu erwähnen (MV: Shottle), der mit RZE 125 der höchste für Gesamtexterieur unter den Super-Söhnen ist (Euter 123, Fundament 121). Bei ausreichender Milchleistung (RZM 114, +1.051 kg) punktet Surinam vor allem in der Fitness (RZFit 135) und dabei besonders für RZN mit 128. Auf Rinder sollte Surinam möglichst nicht eingesetzt werden (RZKd 92).

Nanno (#63) ist ein neuer Niagra-Sohn und stammt mütterlicherseits aus einer niederländischen Mascol x O-Man. Er ist ein hoher Leistungsvererber (RZM 134, +1.541 kg Milch, +0,03 % Eiweiß) mit solidem, unauffälligem Exterieur (RZE 111, Euter 115, Fundament 102) und Leichtkalbigkeit (RZKd 115).

Ganz anders ist Atwood-Sohn Arango, neu an #131. Er ist mit RZE 129 einer der höchsten Neulinge für Gesamtexterieur und vor allem für Fundamente 131(Euter 116). Seine Mutter ist eine Shottle-Schwester zu u. a. dem hohen dänischen Goldwyn-Sohn Grafit und dem Fibrax-Sohn Figo (#114) und davor Neblina, die Vollschwester zu Omega (O-Man x Marshall). Außer sehr guten Exterieurzahlen bietet Arango ansonsten solide Zahlen ohne besondere Stärken oder Schwächen (u. a. RZM 111).

Auf O-Man ingezogen (VMV und MMV) ist der erste Gofast-Sohn, Goldspan. Er verdankt seine Platzierung an #146 vor allem der hohen Nutzungsdauer (RZN 129) und Töchterfruchtbarkeit (RZR 124). Bei RZM 104 und RZE 112 (Euter 113, Fundament 118) hat er dann auch eine überragende Kombination aus RZFit 126 und RZRobot 128.

Insgesamt ist O-Man-Blut über seine Enkel also stark in den aktuellen töchtergeprüften Bullen verbreitet. Trotzdem sind diese meist breit einsetzbar, denn von seinen direkten Söhnen wurden nur wenige stärker in Deutschland eingesetzt. Über seine Enkel besteht die Möglichkeit, die speziellen positiven Eigenschaften von O-Man – Leistung plus Robustheit plus Kalbeeigenschaften – zu nutzen, ohne die ihn genauso auszeichnenden Schwächen im Exterieur, die durch die dazwischen liegenden Mütter ausgeglichen wurden. Es gilt nach wie vor, dass die Bullenzucht von der Anpaarung der Extreme lebt, während für die breite Anpaarung in der Population die Ausgeglichenheit zählt.

 

Neu und kein O-Man

Natürlich gibt es auch neue Bullen ohne O-Man-Blut. An #72 findet sich Bonhof, ein früher Bowser aus Damion x Goldwyn x Lheros. Er ist der erste töchtergeprüfte Sohn aus Savannah EX 90, aber Bookem-Halbbrüder stehen in der genomischen Topliste. Bonhof begeistert durch sein Exterieur mit RZE 137, vor allem aber 145 für Euter. Damit ist er mit Vorsprung der höchste Eutervererber überhaupt und dies bei bereits 60 bewerteten Töchtern (146 insgesamt). Bei einem solchen Profil werden ihm sicher viele die begrenzte Leistungsvererbung (RZM 102, +507 kg Milch) verzeihen. Auch für Fitness ist Bonhof mit RZFit 140 sehr hoch und unter den töchtergeprüften Bullen die #3 (RZN 134, RZR 122).

Mareus (#99) ist der erste Massey-Sohn (Mascol x Bret) und mit Virzil x Shottle x Jocko Besne auch auf der Mutterseite interessant gezogen. Bei bisher 90 Töchtern zeigt er solide, aber in keinem Punkt wirklich aufregende Zahlen: RZM 120 (+844 kg Milch, +0,08 % Eiweiß), RZE 110 (Euter 113, Fundament 110), RZS 111, RZN 118, RZR 105.

NOG Priano (#118) ist ein später Planet-Sohn (MV: Goldwyn). Was ihn von seinen 60 älteren Halbbrüdern abhebt, sind die Exterieurzahlen. RZE 121 bei Euter 123 und Fundament 115 machen ihn hier zum höchsten Planet-Sohn. Innerhalb von RZM 116 gefallen bei +655 kg Milch die positiven Inhaltsstoffe.

Piedro (#267) schließlich ist der erste töchtergeprüfte Prince-Sohn (aus Shottle x Marshall). Die Anzahl der Söhne dieses unterschätzten Italieners (Britt x Mtoto) wird sehr begrenzt bleiben, denn auch genomisch gibt es ganze 4 weitere Halbbrüder. Diese dürften es schwer haben, im Exterieur gegen Piedro anzukommen, denn mit RZE 123 und vor allem Fundament 139 legt er die Messlatte gewaltig hoch (Euter 114). In der Leistungsvererbung sollte man dagegen bei der Anpaarung von Piedro vorhalten (RZM 96). Dafür kann er die Fitness mit RZFit 130 (RZN 138) verbessern und ist auch für den Einsatz in Roboterbetrieben geeignet (RZRobot 129).

 

Die Reihe der Hornlosbullen bekommt mit dem Mitey P-Sohn Mirador P (neu an #213) Unterstützung. Er ist ein mütterlicher Halbbruder zu Snow Peak an #3 (Mutter: Win 395 x Looking Major). Zusammen mit Magna P RF (#208), der ebenfalls RZG 124 hat, ist Mirador P jetzt der höchste Hornlosbulle in der Schwarzbuntliste. Mirador P ist ein solider Leistungsvererber (RZM 118, +1.285 kg Milch), außerdem mit Stärken im Fundament (124, Euter 101, RZE 106), der Melkbarkeit (RZD 110) und Leichtkalbigkeit (RZKd 116). Mirador P wurde bereits genomisch stärker eingesetzt, sein erster konventioneller Zuchtwert beruht auf den ersten 96 Töchtern.

 

Weitere Entwicklung

Von den ersten Super-Söhnen war Shirocco beim letzten Mal neu an #8 eingestiegen (MV: Goldwyn) und behält mit RZM 126 und RZE 120 seine Berechtigung (jetzt #15). Seine Töchterzahl ist nur leicht auf 80 gestiegen, wobei er mit 129 herausragend in den Eutermerkmalen bleibt. Auch für Fitnessliebhaber (RZFit 129) ist er eine gute Wahl sowie zudem für Roboterbetriebe geeignet (RZRobot 122).

Easyjet (#23; v. Eleve) wird in der Nutzungsdauer immer besser. Nach +5 Punkten beim letzten Mal sind es jetzt noch einmal +4 RZN-Punkte auf 114. Auch in der Leistung legt er mit seinen Töchtern jetzt am Ende der zweiten Laktation leicht zu (RZM 127, +3, RZE 114).

Billards Töchter sind jetzt bereits in der dritten Laktation und bescheren dem Billion-Sohn ein deutliches Plus in der Nutzungsdauer (RZN 115, +7; #35). Mit Bilstein neu an #4 ist Billard jetzt auch als Bullenvater erfolgreich.

Mit seinen guten Exterieurzahlen war der Jeeves-Sohn Jello eine der Neuentdeckungen im April. Bei jetzt 330 Töchtern kann er sich noch leicht auf #44 verbessern (RZM 111, RZE 126), auch in der Melkbarkeit (RZD 89, +2).

Wer einen etwas ausgeglicherenen Jeeves-Sohn sucht, ist mit Jentin gut bedient (#109, RZM 114, RZE 114, RZD 97).

Gibor hat mit über 50.000 Töchtern Erstaunliches vor allem in Nutzungsdauer und Funktionalität geleistet und wäre mit RZG 134 immer noch für einen Platz in der Top-100 gut. Einer der wenigen Söhne, die dauerhaft den Sprung in den Wiedereinsatz geschafft haben, ist Marmorall (#65). Mit RZM 117, RZE 105, RZN 124 sowie RZR 118 ist er ein würdiger Nachfolger seines Vaters.

Elburn (#96) bekommt diesmal 169 neue Töchter auf insgesamt 869 hinzu. Seine Zuchtwerte bleiben dabei ganz konstant (RZM 129, RZE 113), auch für Nutzungsdauer (104).

 

Goldday (RZM 111) und Goldboy (RZM 97) bleiben unter den Goldwyn-Söhnen bei Tausenden Töchtern eine sichere Bank für herausragendes Exterieur mit RZE 141 bzw. 136.

Auch Sterngold hat inzwischen 3.200 Töchter. Dabei ist der Stol Joc-Sohn mit RZM 107, RZE 116, RZS 135, RZN 121 und RZR 104 eine sichere Wahl für problemlose Kühe, dokumentiert auch durch RZFit 128. Besonders beliebt ist Sterngold bei Roboterbetrieben mit RZRobot 134.

Short Cut hat jetzt den ersten Schwung Töchter aus dem Wiedereinsatz hinzubekommen (+163 auf 291 Töchter). Sie lassen die Zahlen des Shottle-Sohns unverändert. Sein Anstieg um 2 RZG-Punkte basiert auf den geringer als erwarteten Abgängen seiner Testtöchter (RZN 111, +6).

 

 

Rotbunt

Bei Rotbunt ist nicht nur der Anteil neuer Bullen in der Top-75 mit 16 % deutlich kleiner als

bei Schwarzbunt (24 %), sondern der höchste Neueinsteiger rangiert auch erst an #14.

An der Spitze der Liste stehen unverändert die beiden Fidelity-Söhne Morris und Fodulo, die beide zwei RZG-Punkte auf 141 bzw. 135 gewinnen konnten. Gegenüber seinem Debüt im April hat Morris 30 Töchter auf jetzt 102 hinzubekommen und steigt deutlich im RZM (141, +6). Mit RZE 109 (-4) ist er im Exterieur etwas knapp, hier vor allem im Euter (97).

Fodulo hält bei Verdopplung der Töchterzahl auf jetzt 210 seinen RZM exakt bei 139 und kann im RZE 5 Punkte auf 115 zulegen. Leider resultiert dieser Zugewinn aus dem ohnehin bereits hohen Fundament (137, +5) und weniger aus der Euterbewertung (95, +1).

Elwood an #3 bekommt die ersten Töchter aus dem Wiedereinsatz hinzu. Sein Anstieg von ebenfalls zwei RZG-Punkten resultiert aber aus den Abgangsinformationen der Testtöchter (RZN 106, +4).

Er hat damit den absolut konstanten Amor-Red (RZM 115, RZE 128) auf den vierten Rang verdrängt.

Mit geringer als vorgeschätzten Abgängen seiner Töchter in der dritten Laktation macht Runi (v. Mr.Burns) einen deutlichen Sprung in der Nutzungsdauer (RZN 118, +10) und kann von #14 an #5 in die Top-10 aufsteigen (RZM 115, RZE 116).

Es folgt der Aufsteiger dieser Schätzung, Desk (#6). Dank +11 RZM-Punkten auf 121 legt er +8 RZG-Punkte auf 131 zu. Geschmälert wird diese positive Gesamtentwicklung durch die Verluste im Exterieur (111, -5) und hier vor allem im Euter (98, -5), aber auch in der Eutergesundheit (RZS 93, -3). Hintergrund dieser deutlichen Änderungen sind gleich 614 neue Töchter (jetzt 1.135) bei diesem genomisch bereits sehr gefragten Destry-Sohn.

Matip (#7) hat als 2009 geborener Bulle noch einen klar abgegrenzten Testeinsatz absolviert. Mit seinen Töchtern jetzt in der zweiten Laktation gewinnt er ganz leicht in fast allen Bereichen (RZM 119, RZE 115, RZS 101, RZN 124, RZR 106, RZKm 106). Dies trifft in noch stärkerem Maße auf Malden (#8, RZM 122, RZE 115) zu (RZD 75).

Als dritthöchst platzierter Malvoy-Sohn hat Madorty (#9) dagegen kein Problem in der Melkbarkeit (RZD 98). Mit gestiegenen Leistungszahlen (RZM 126, +1.855 kg Milch, -0,14 % Eiweiß) und konstant RZE 119 (Euter 109, Fundament 119) ist er breit einsetzbar (MV: Morty).

Maximo-Red (#10, RZM 134, RZE 104) kann bei +1.836 kg Milch gezielt zur Verbesserung der Leistung eingesetzt werden, sollte aber nicht auf Rinder angepaart werden (RZKd 79).

 

Neue Bullen

Fill-In an #14 ist der höchste Neueinsteiger. Der Fidelity-Sohn stammt aus der Massia-Familie und seine Mutter (Goldwyn x Lightning) ist eine Halbschwester zu Kylian. Fill-In ist ein Leistungs- (RZM 128) und Fundament-Vererber (126), der auch für Rinderbesamungen geeignet ist (RZKd 113). Das Linearbild für die Eutermerkmale ist besser als es Gesamt-Euter 106 im ersten Moment vermuten lässt und zeigt insbesondere keine Schwächen. Bei +1.049 kg Milch sind die Inhaltsstoffe positiv (+0,04 % Fett, +0,13 % Eiweiß). Diese Zahlen basieren aber auf erst 47 frühen Töchtern, wovon 13 im Exterieur beurteilt wurden.

Don Juan, neu an #28, ist ein Durham Red-Sohn aus FBI, was sich leider auch in der Melkbarkeit mit RZD 84 zeigt. Weiter geht das mütterliche Pedigree über Talent auf die Splendors zurück. Die Don Juan-Töchter zeigen eine überragende körperliche Entwicklung (131) und solide Fundamente (106). Die Striche sind hinten optimal unter den Vierteln platziert, während sie vorne etwas breiter stehen (Euter 111). Bei +1.162 kg Milch mit neutralem Eiweiß sind die Fettprozente etwas schwächer.

Bestry (#30, RZM 113) ist ein neuer Destry-Sohn mit sehr schönem Linear (RZE 122) und besten Fitnesswerten (RZFit 121). Seine Mr.Burns-Mutter ist eine Halbschwester zu dem schwarzbunten Toplistenbullen Mosaik (v. Man-O-Man). Die Datengrundlage ist mit 48 Töchtern – noch alle ganz am Anfang der Laktation – sowie 13 bewerteten Töchtern noch begrenzt.

 

Etwas für Exterieurliebhaber ist der neue Destry-Sohn Mad Max (#34). Als Sohn der berühmten RH Talent Maxima EX 94 war er bereits genomisch sehr gefragt und seine ersten konventionellen Zuchtwerte beruhen bereits auf 164 Töchtern. Bei RZE 133 (Euter 127, Fundament 127) bleiben keine Wünsche offen. Für Milchleistung ist er mit +349 kg nur gut mittel, aber mit positivem Eiweiß (RZM 107).




Mad Max-Tochter Mareike





Der Vollbruder von Mad Max, Maverick, steht diesem mit RZE 132 (Euter 132, Fundament 114) im Exterieur nur wenig nach. In der Leistungsvererbung braucht er allerdings bei der Anpaarung deutliche Unterstützung (RZM 91, -399 kg Milch, +0,15 % Eiweiß). Er rangiert mit RZG 114 außerhalb der Topliste.

Mit Ruleto x Carmano hat der neue Rubio (#51) bekannte deutsche Red Holstein-Vererber im Pedigree stehen und reiht sich genau zwischen Vater (#66) und Großvater (#41) ein. In den Leistungszahlen durchschnittlich (+560 kg Milch, +0,05 % Eiweiß, RZM 109) braucht er sich mit seinem schönen Linear bei RZE 117 nicht zu verstecken.

Für wen Exterieur ganz oben auf der Wunschliste steht, der wird auch knapp außerhalb der Topliste fündig. Lagerfeld ist ein neuer Landslide-Sohn aus Goldwyn aus Formation Splendor. Er zeigt sich nicht nur für Gesamtexterieur mit RZE 127 hoch, sondern auch für Euter (121) und Fundament (126). Erwähnenswert sind die 128 für Strichlänge. Bei mehr als ausreichend Milchmenge (+1.286 kg, RZM 111) sollte bei der Anpaarung das Zellzahlniveau beachtet werden (RZS 88).

 

Hornlos

Interessante Neulinge gibt es auch bei den Hornlosbullen.

Allen voran ist Mind P an #18 (Mitey P x Lawn Boy). Mit 461 Töchtern, davon 131 bewertet, hat er bereits eine hohe Sicherheit. Die Töchterzahlen werden aber in naher Zukunft noch deutlich steigen, denn von ihm sind fast 8.000 Nachkommen registriert. In der Leistungsvererbung ist er mit RZM 130 bei +1.189 kg Milch und +0,15 % Eiweiß eine positive Überraschung. Auch im Exterieur (RZE 116, Euter 109, Fundament 102) übertrifft er die genomischen Zuchtwerte, vor allem in den Körpermerkmalen (129). Mit guter Melkbarkeit (RZD 112), niedriger Zellzahl (RZS 110) und längeren Strichen (110) ist er auch für Roboterbetriebe gut geeignet (RZRobot 120).




Mind P-Tochter Malinde





Knapp außerhalb der Topliste rangiert der neue Toppoll P mit RZM 94, aber RZE 129. Vor allem in den Eutermerkmalen (133) ist der Top-Red-Sohn aus Lawn Boy dabei überragend. Die Milchmenge ist mit +166 kg nicht unbedingt seine Stärke (-0,04 % Eiweiß).

 

Bewährt

Lasse P rangiert jetzt an #11. Er hat nur wenige zusätzliche Töchter und insgesamt stabile Werte (RZM 121, RZE 107).

Ganz anders ist die Entwicklung der Töchterzahl bei dem zweiten hornlosen Lawn Boy-Sohn, Laron P (#16). Er hat jetzt schon 2.277 Töchter und steigt leicht im RZM (110, +2) und Exterieur (RZE 126, +1). Lediglich die Nutzungsdauer wird mit RZN 114 (-5) etwas niedriger eingeschätzt.

Unter den Destry-Söhnen macht Dixieland (#15, RZM 113) im RZE mit Verdopplung der Töchterzahl auf 168 einen Sprung im Exterieur (RZE 133, +7). Die Verbesserung resultiert sowohl aus dem Euter- (133, +5) als auch aus dem Fundament-Komplex (116, +7).

Leider ganz anders ist sein Vollbruder Detroit (#26, MV: Shottle). Die Verdreifachung seiner Töchterzahl schickt den RZE mit -7 auf Talfahrt (116). Auch im RZM büßt er leicht ein (106, -2), bleibt aber Spitze in Nutzungsdauer (RZN 126) und Töchterfruchtbarkeit (RZR 112).

Dertour schließlich (#27, MV: Malvoy) baut seine Stellung als führender Exterieurvererber mit RZE 140 (+2) noch aus und hat jetzt gleich 7 Punkte Vorsprung auf die zweithöchsten Bullen für RZE in der Topliste, Mad Max und Dixieland. Der Elayo-Sohn Edway hat noch keine Töchter aus dem Wiedereinsatz und bleibt für Leistung (RZM 105) und Exterieur (RZE 125) entsprechend stabil. In der Nutzungsdauer entwickelt er sich positiv (RZN 112, +8).

Bei über 13.000 bzw. 20.000 Töchtern und 99 % Sicherheit gilt dies auch für die bewährten Vererber Tableau (#19, RZM 113, RZE 120) und Jerudo (#22, RZM 120, RZE 97). Bewegung ist aber noch in den Nutzungsdauer-Zuchtwerten, denn Tausende der Wiedereinsatztöchter liefern erst jetzt tatsächliche Abgangsinformationen, so dass Tableau für RZN auf 115 zurückgeht, während umgekehrt Jerudo auf 112 steigt.