Organisation

In Deutschland sind derzeit 16 lokale Zuchtorganisationen in die Holstein- und Red Holstein-, sowie Fleckvieh- und Braunvieh-Zucht involviert. GGI-SPERMEX GmbH übernimmt dabei zentral die Auslandsvermarktung von 13 Organisationen.

Schlagkräftige Organisationen

Während der vergangenen Jahre haben die meisten Herdbuch- und Besamungsorganisationen ihre Kompetenzen gebündelt und vereinen nun Herdbucharbeit, Zuchtprogramme, Besamung und Vermarktung unter dem Dach größerer Organisationen. Darüber hinaus haben sich GGI-SPERMEX-Mitglieder in den schlagkräftigen, überregionalen Kooperationen TopQ und NOG (Nord-Ost Genetic GmbH & Co KG) zusammengeschlossen. Zur Effizienzsteigerung führen die Kooperationspartner gemeinsam umfangreiche Zuchtprogramme durch. Des Weiteren arbeiten die Partner eng zusammen auf den Gebieten Forschung, Produktentwicklung und wissenschaftliche Analyse der Zuchtprogramme, unter anderem durch die Kooperation innerhalb des Fördervereins Biotechnologieforschung e.V.

Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) als Koordinator

Der Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS) ist der Dachverband der organisierten Holsteinzucht. Zu den Hauptaufgaben des BRS zählen die Harmonisierung der Arbeitsmethoden der Mitgliedsorganisationen, die Festlegung des Zuchtziels, die Durchführung nationaler Schauen und Auktionen, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Interessenvertretung der Deutschen Holsteinzucht im Ausland. Der BRS ist außerdem der erste Ansprechpartner im Datenaustausch mit ausländischen Herdbüchern. Eine wichtige Aufgabe des BRS ist die Erfassung von Exterieurdaten für die Zuchtwertschätzung. Hierfür erarbeitet der BRS die Richtlinien, schult die Klassifizierer in seinen Mitgliedsverbänden und überwacht die Datenerhebung.

 

Über die Dachverbände der jeweiligen Rinderrassen und den Deutschen Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen e.V. (DLQ) sind die Rinderzuchtverbände, die Besamungsstationen, die Embryotransfer-Einrichtungen, die Landeskontrollverbände und Milchprüfringe sowie das Rechenzentrum in Verden beim BRS angeschlossen – also die gesamte organisierte Rinderzucht in Deutschland.
Mit knapp 12,3 Millionen Rindern auf 143.000 Betrieben ist Deutschland einer der größten Produzenten von Milch und Rindfleisch in der Europäischen Union. Die Arbeit des BRS dient der Förderung aller Bestrebungen, die auf die Verbesserung von Zucht, Haltung, Besamung und Embryotransfer bei Rindern sowie auf die Verwertung ihrer Erzeugnisse ausgerichtet sind. Dabei orientiert sich die deutsche Rinderzucht in einem hohen Maß an Merkmalen auf Robustheit, Gesundheit und Fruchtbarkeit der Tiere.

Unabhängige Milchleistungsprüfung

Die 11 deutschen Landeskontrollverbände für Milchleistungsprüfung arbeiten unabhängig von den Zucht- und Besamungsorganisationen und bieten damit die beste Voraussetzung für eine objektive Datenerfassung. Von über 90 % aller deutschen Kühe werden so im Rahmen der Milchleistungsprüfung monatlich Daten nach festgelegten einheitlichen Standards erfasst. Die Milchkontrolldichte in Deutschland ist somit so hoch wie in keinem anderen Land der Welt. Umfangreiche Qualitätssicherungssysteme verhelfen dieser nationalen Milchleistungsprüfung zu einer weltweit führenden Ausnahmestellung.

Foto: Peter Hensch
Foto: Peter Hensch

Zentrale Zuchtwertschätzung unter staatlicher Kontrolle

Die Zuchtwertschätzung in Deutschland unterliegt der staatlichen Kontrolle. Im Auftrag der Zuchtorganisationen führt das Rechenzentrum Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung w.V. (VIT) die bundesweite Zuchtwertschätzung für die Rassen Holstein, Red Holstein, Angler, Jersey, Rotbunt-Doppelnutzung (DN) und Deutsches Schwarzes Niederungsrind (DSN) durch, während die bayrische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) die Zuchtwertschätzung beim Fleckvieh und Braunvieh durchführt. Dort laufen alle Daten der Rinderzucht zentral zusammen. Zudem sorgen das VIT und LfL für eine optimale Datenverknüpfung und „Online-Vernetzung“ aller Organisationen der Rinderzucht.